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Liebe Mitbürgerinnen- und Mitbürger,

die Zeit das Abschiedsnehmens aus dem Bürgermeisteramt für mich ist nun auch formal zum 31.12. des Jahres gekommen. Hinter mir liegen gut 10 Jahre als Erster, 12 Jahre als Zweiter und weitere 6 Jahre als Dritter Bürgermeister der Marktgemeinde Waging am See. Dieser Zeitraum umfasst in etwa den einer ganzen Generation. Dem entsprechend hat sich im kommunalen, wie auch gesamtgesellschaftlichen Bereich sehr viel verändert.

Ich hatte mit Alois Heigermoser und Sepp Daxenberger zwar zwei recht unterschiedliche Vorgänger, beide aber hatten das gleiche Ziel; die Marktgemeinde der jeweiligen Zeit entsprechend positiv im Sinne der Bürger weiter zu entwickeln.

Dazu brauchte es die Zustimmung der Bevölkerung und des Marktgemeinderates, gute Mitarbeiter in allen Zuständigkeitsbereichen der Gemeinde und natürlich das notwendige Geld.

Gar soviel hat sich dahingehend bis heute nichts Grundlegendes geändert. Die letzten 10 Jahre waren geprägt von notwendigen Investitionen, aber auch das Anstoßen und die Unterstützung gesellschaftlicher Veränderungen, die notwendig waren und sind, um in Zukunft bestehen zu können.

Meine Vorstellung davon wie und wohin sich Waging entwickeln sollte, beruhte zum Einen aus den Erfahrungen meiner Vorgänger, bzw. den Erkenntnissen daraus und zum Anderen meinen persönlichen Erlebnissen, gerade im sozialen, aber auch ökonomischen und ökologischen Bereich. So galt es zunächst auf Bewährtem aufzubauen und es weiter zu entwickeln. Gerade der Teilneubau und der Umbau unseres Krankenhauses in ein großes Seniorenheim ist ein gut gelungenes Beispiel dafür: mit Platz für 112 Bewohner und 8 Wohnungen für das sog. „Servicewohnen“, haben wir die Möglichkeit geschaffen, dass unsere älteren Bürgerinnen und Bürger im Ort bleiben können. Zugleich sind im Seniorenheim ca. 125 Mitarbeiter beschäftigt. Eine hervorragende Symbiose von sozialem Engagement und zugleich Wertschöpfung vor Ort.

Wir haben viel leisten können die letzten 10 Jahre, auch deshalb weil wir vom Staat durch Zuschüsse unterstützt wurden: so konnte der Kindergarten „St. Maria“ in Waging umgebaut, oder besser gesagt, so gut wie neu gebaut werden, der 4.te Kindergarten in Waging, die Käsemäuse gemeinsam mit der Bergader Privatkäserei erstellt werden, die damalige Hauptschule und die Grundschule energetisch saniert werden, für die Ganztagesschule und die Mittagsbetreuung ein Gebäude erworben und eines neu gebaut werden.

Der Bau einer neuen 2 ½ fachen Turnhalle der „Bergader Sportarena“ wurde im Rahmen des vorgegebenen Budgets abgewickelt und erlaubt nun auch neue Sportarten.

Eine wirklich große Aufgabe war die Ortskernsanierung im Rahmen des Städtebauförderprogramms. Die Maßnahmen zogen sich über 25 Jahre hin. Aber wie wunderbar haben sich der Marktplatz und das gesamte Ensemble mit den alten Gassen verändert, ohne Altes zu entfernen. Heute feiern wir wieder auf vom Straßenverkehr gesperrten Straßen und lauschen allwöchentlich im Sommer unseren Blaskapellen.

Besonders am Herzen lag mir die Nutzung des Touristinfo-Gebäudes. Die Umstrukturierung zum Baijuvarenmuseum, Tourist-Info, Bücherei und Heimat der Gemeindewerke in diesem Gebäude brauchte zwar Zeit und zumindest für mich gesagt auch gute Nerven, aber man sagt allgemein, es sei gut gelungen.

Dies waren nur Beispiele zu denen sich noch viele aufzählen ließen und dazu alle immer wiederkehrenden Unterhaltsmaßnahmen an Straßen, Brücken und den vielen Gemeindlichen Gebäuden.

Ein weites Kapitel stellen die Gemeindewerke dar: so habe ich als 3. Bürgermeister den Bau des Klärwerks „Waginger See“, sowie den Kanalbau erlebt. Die gemeindliche Wasserversorgung konnte durch den Bau eines neuen Brunnens wieder unter Bürgermeister Sepp Daxenberger aufgenommen werden, ebenso die Installierung einer Hackschnitzelheizung als Grundlage einer Nahwärmeversorgung im neuen Wohngebiet in Tettenhausen. Im Januar 2018 konnte die an der Wohnsiedlung verlegt neue Heizung in einem ebenso neuen Gebäude in Betrieb gehen. Auch die Siedlung „Römerterrasse“ konnte als Versorgungsgebiet für das gemeindliche Stromnetz erworben werden. Energie regenerativ zu erzeugen und ökologisch sinnvoll zu Bauen oder zu sanieren wurden und werden von der Gemeinde nicht zuletzt durch angebotene Beratung unterstützt. Zusammengefasst haben sich unsere Gemeindewerke in einem hart umkämpften Wettbewerb hervorragend gehalten und prächtig entwickelt.

Die Schaffung von Wohnraum für Einheimische im Rahmen des gleichnamigen Modells hat in den letzten 40 Jahren in Waging großen Raum eingenommen. Auch haben viele Grundstücke für diesen Zweck erworben werden können um sie entsprechend an vor allen junge Familien weiter zu geben. Ebenso Gewerbegrund, aber leider nicht immer nach dem vorhandenen Bedarf.

Der Tourismus nimmt in der Markgemeinde einen breiten Raum ein. Mit beständig über 400.000 Übernachtungen jährlich zählt Waging am See zu den größten Tourismusgemeinden des Landkreises. In meiner Zeit als 1. Bürgermeister ging es vor allem darum die Gemeinden um den Waginger- und Tachinger See und entlang der Salzach touristisch zu Einen. Dies ist hervorragend gelungen und wird bestens praktiziert.

Es ging aber auch darum den „Chiemgau-Tourismus“ neu aufzustellen und neu zu strukturieren. Auch das ist gut gelungen, es gibt kein sog. „Kirchturmdenken“ mehr. Ich habe diesen Umstrukturierungsprozess als stellvertretender Vorsitzender begleitet und werde dies auch noch die nächsten Jahre tun.

Schon immer war der See für die Waginger etwas Besonderes. So richtig schätzen gelernt haben sie aber den See wohl erst, als sich Touristen dafür interessiert und eine neue Geldquelle gefunden war. Das war und ist für den Ort heute, so wie sich der Tourismus in diesem Umfang darstellt, von elementarer Bedeutung. Aber natürlich schätzen auch die Einheimischen den See als Erholungsort als sehr wichtig ein. Als Badegewässer ist der See in Ordnung. Doch er hat einen überhöhten Phosphatgehalt, was in früheren Jahren zur Algenbildung führte. Heute ist dies kaum noch und wenn, nur noch an vereinzelten Stellen der Fall.

Nichts desto Trotz muss die Phosphatzuführung des Sees vermindert werden. Durch die Kläranlage „Waginger See“ ist schon viel getan, leider reicht das nicht: - deshalb wurde im September 2010 im Gasthaus „Unterwirt“ in Waging das sog. „kommunale Seenbündnis“ geründet. In ihm hatten sich alle Anliegergemeinden zusammengeschlossen mit dem Ziel den Waginger- und Tachinger See entsprechend der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie gerecht zu werden.

Es wurden mehrere Gespräche in München auf höchster Ebene, u.a. mit Landwirtschaftsminister Helmut Brunner geführt. Letztlich erreichte man, dass ein Bündel von Maßnahmen eingeleitet wurde.

Dies war mit das schwierigste Kapitel meiner Amtszeit, es wird es auch wohl für meinen/r Nachfolger/in bleiben. Aber ich sehe gerade auch mit einer der Maßnahmen, der Schaffung der „Ökomodelregion Waging am See / Rupertiwinkel“ als Möglichkeit umzusteuern: hin zu einer Kreislaufwirtschaft, weg von Stoffen die von außen zugeführt werden und der See und die Natur um den See nicht verträgt.

Ich weiß, dass dabei auch ein Teil Wunschdenken dabei ist, aber man darf auch Träume haben, auch wenn sie sich nicht ganz, oder nur sehr langsam erfüllen.

Zum Thema Geld. Ich habe, gemeinsam mit dem Marktgemeinderat die Tradition meiner Vorgänger im Amt weitergeführt: Der Markt Waging am See ist im Stammhaushalt schuldenfrei, es liegen auch noch in etwa 4 Mio. Euro als Rücklagen für neue Aufgaben bereit.

Was sie jetzt gelesen haben, war nur ein Abriss meiner Amtszeit, vieles, vieles mehr hat sich getan und wäre wert hier zu berichten. Da sie aber bestimmt das „Seeblattl“ und das nachfolgende „VG-Blattl“ die letzten Jahre gelesen haben, erübrigt sich das wohl.

Bleibt zum Abschied Dank zusagen. Zunächst für ein hervorragendes Wahlergebnis sowohl 2008, wie auch 2014. Ihr Vertrauen in mich hat mir den Rücken gestärkt und Mut gegeben, herzlichen Dank.

Ein ganz großes Dankeschön an alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, die mir immer zur Seite standen und geholfen haben, oder Verständnis zeigten, wenn Veränderungen notwendig waren.

Die Mitarbeiter sind das größte Kapital einer Gemeinde. Ohne ehrenamtliche Arbeit wäre eine Gemeinde nicht lebensfähig. Deshalb sage ich innigsten Dank allen, die caritativ tätig sind, privat oder organisiert, den Feuerwehren und Wasserwachten in der Marktgemeinde, nicht zuletzt unsere der über 70 Vereinen in unserer Kommune, die unser Zusammenleben ganz wesentlich gestalten.

Nun sind im Februar nächsten Jahres Wahlen um das Waginger Bürgermeisteramt angesetzt. Zu dem Zeitpunkt dieses Schreibens sind noch keine Kandidaten/innen bekannt. Aber ich bin mir sicher, es finden sich gute, geeignete Personen. Dann liegt es an ihnen zur Wahl zu gehen und ihren Favoriten/in zu wählen.

Für mich war es eine Freude und Ehre zugleich für die Marktgemeinde Waging am See tätig sein zu dürfen.

Ich wünsche Ihnen Frohe Weihnacht und ein gesundes Neues Jahr und noch viele gesunde Jahre danach.

Herzlichst
Euer Bürgermeister
Herbert Häusl


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83329 Waging am See
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